Freeszfe


Freeszfe, On the Blockade (the autonomy fights of SZFE Budapest) [Über die Blockade (die Autonomiekämpfe der SZFE Budapest)], 2020/21, Installationsansicht, 13. Berlin Biennale, KW Institute for Contemporary Art, 2025. © Freeszfe; Bild: Diana Pfammatter und Eike Walkenhorst
ausstellungsort

Freeszfe, gegründet 2021 in Budapest, Ungarn. Orte der Zugehörigkeit: Ungarn, Österreich, Deutschland, Niederlande, Großbritannien. Buch: Almost Impossible, 2024.
© Courtesy Freeszfe
Gemeinsames Singen und Fahnenschwingen, ein in der Luft hüpfender Mann, Kerzen im Regen: das ganze Repertoire des friedlichen Protests. Gelbe Masken bedruckt mit einer erhobenen schwarzen Hand – Demonstrationsrequisiten aus der Covid-Ära. Und die Slogans: „Wir stehen für akademische Freiheit!“ „Wir sind die Grundlage der Universität“, „Wir stehen für unsere Autonomie und unsere Rechte – bis zum letzten Atemzug“.
Viel Theater gab es bei diesem Protest, der unter dem Hashtag #FreeSzFE bekannt wurde. Initiiert wurde er 2020 in der Universität für Theater- und Filmkunst in Budapest (SzFE), um die akademische Freiheit zu verteidigen, die durch die Einsetzung eines Rektors durch die Regierung gefährdet war. Am Gedenktag der ungarischen Revolution von 1956, dem 23. Oktober, wuchs die Zahl der Protestierenden von 450 Student*innen auf 30.000 Unterstützer*innen aus der ganzen Bevölkerung an. Drei Videos von SzFE-Student*innenaktionen sind in der Artists’ Street zu sehen.
Die 71-tägige #FreeSzFE-Blockade steht in einer langen Tradition von Campus-Sitzstreiks, Blockaden und Straßenaktionen. Die Freeszfe Society, geleitet von ehemaligen Student*innen und einem Ex-Fakultätsmitglied der führenden Theater- und Filmhochschule Ungarns, wurde zum Vorbild für nachfolgende Aktionen von Universitäten gegen autoritäre Regime, die versuchen, Geschichte auf politische Propaganda zu reduzieren und Lehrpläne auf Parteilinie zu bringen. Um sicherzustellen, dass die beteiligten Student*innen ihre Abschlüsse machen können, haben mehrere Universitäten im Rahmen einer einzigartigen und schnell geschlossenen paneuropäischen Allianz ein Notausstiegsprogramm ins Leben gerufen.
Angesichts der Tatsache, dass die US-Regierung derzeit umfassende Maßnahmen ergreift, um Finanzmittel zu kürzen und die Kontrolle über einige ihrer renommiertesten Universitäten auszuüben, ist nicht nur die oftmals selbstgerechte Haltung obsolet geworden, die osteuropäische Regime als rückständig anprangerte; die Belehrenden haben die Seiten gewechselt.
Text: Claire Tancons
Paneuropäische Allianz: Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg, Ludwigsburg, Deutschland; Universität Mozarteum, Salzburg, Österreich; Akademia Teatralna im.Aleksandra Zelwerowicza, Warschau, Polen; Accademia Teatro Dimitri, Verscio, Schweiz; Filmakademie Wien, Österreich
ausstellungsort

Freeszfe, gegründet 2021 in Budapest, Ungarn. Orte der Zugehörigkeit: Ungarn, Österreich, Deutschland, Niederlande, Großbritannien. Buch: Almost Impossible, 2024.
© Courtesy Freeszfe