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Bild: Umut Evers

Die Offenen Ateliers sind familienfreundliche Werkstätten, die an jedem Sonntagnachmittag von 15 bis 18 Uhr während der Laufzeit der 13. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst kostenfrei an wechselnden Ausstellungsorten stattfinden. Die Offenen Ateliers laden dazu ein, sich auf spielerische und intuitive Weise mit Themen, Materialien und Fragestellungen der Ausstellung auseinanderzusetzen.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich und der Einstieg ist jederzeit möglich. Das Format richtet sich an Menschen jeden Alters und bietet Raum für kreatives Ausprobieren, gemeinsames Gestalten und Austausch.

Das erste Offene Atelier wird von der Künstlerin Umut Evers geleitet und findet an sieben Terminen im Innenhof der KW Institute for Contemporary Art statt. Gemeinsam mit den Besucher*innen entsteht eine hängende Installation – eine Art „Wunschbaum“ – aus Indigo, einem tiefblauen Farbpigment, sowie verschiedensten Stoffresten. Dabei wird auch die koloniale Geschichte des Indigos thematisiert: Einst Symbol für Ausbeutung, wird das Färben hier zu einem meditativ-kreativen Akt des kollektiven Erinnerns.

Ein weiteres Atelier wird an drei Terminen vom Netzwerk gegen Feminizide Berlin im Garten des ehemaligen Gerichtsgebäudes Lehrter Straße angeleitet. Besucher*innen sind eingeladen, an der partizipativen Kunstaktion Sangre de mi Sangre [Blut meines Blutes] des feministischen Kollektivs Colectiva Hilos mitzuwirken. Mit dem Projekt macht die Gruppe auf Feminizide und gewaltvolles Verschwindenlassen in Mexiko aufmerksam. Durch das gemeinsame Weben entsteht ein kollektiver Ausdruck von Widerstand und Solidarität – ein Raum für Austausch, gemeinsames Erinnern und den Aufbau einer kämpferischen Gemeinschaft.

Die letzten drei Offenen Ateliers, die während der 13. Berlin Biennale stattfinden, schaffen einen kreativen Abschluss der Ausstellung. Inspiriert vom Konzept und dem Titel der Schau das flüchtige weitergeben collagiert der Künstler Ercan Arslan an zwei Sonntagen gemeinsam mit Teilnehmerinnen Postkarten. Ausgangspunkt sind Zeichnungen, die von Besucherinnen in den Hang-Out-Moments hinterlassen worden sind. Die Motive können mit Fotos und Texten aus Zeitschriften, eigenen Zeichnungen und Bildern kombiniert und in neue Kompositionen auf blanke Postkarten übertragen werden. Die Postkarte fungiert hier als verbindendes Element: Sie bewahrt Erinnerungen und Assoziationen, transformiert sie in ein künstlerisches Objekt und setzt sie erneut in Bewegung. Als individuelle wie kollektive Spur wird sie weitergegeben oder verschickt und damit in die Welt entlassen: ein flüchtiges Zeugnis des kreativen Austauschs und der gemeinsamen Imagination.

Im Rahmen des letzten Offenen Ateliers findet ein weiterer Indigo-Workshop mit der Künstlerin Umut Evers statt. Die gefärbten Stoffstücke, die während der vorigen Offenen Atelier-Sonntage entstanden sind und zu einer Skulptur im Vermittlungsraum zusammengetragen wurden, dürfen als Memento von der 13. Berlin Biennale von den Besucher*innen mitgenommen werden.